FANFARE CIOCARLIA

Mo. 7.10.2024 | 20 Uhr | Harmonie Bonn

FANFARE CIOCARLIA

Vor 26 Jahren: Eine unendlich lang erscheinende und holprige Straße schlängelt sich vorbei an sanften Hügeln, die nicht Berge genannt werden wollen – irgendwo im Nordosten Rumäniens, nahe der Grenze zu Moldawien.

Zece Prajini (Zehn Felder) heißt das umschriebene Dorf im Osten Rumäniens, das zwar an einem Bahngleis liegt, der dort dreimal am Tag vorbeifahrende Zug hält jedoch nicht. Die Passagiere, die zu der kleinen Ansammlung von Häusern gelangen möchten, müssen kurzerhand aus dem fahrenden Zug springen. Gnädigerweise verlangsamt der Lokführer an der Stelle das Tempo, damit die Reisenden sich sanft in die Böschung werfen können.

.Im Jahr 1997 entschlossen sich dort 12 Musiker, mit einer bis dahin nie gehörten Druckwelle aus Tuben und Hörnern und wilden Kakophonien aus Trompeten und Saxophonen die Welt zu erobern. Entfesselte Blasmusik mit aller Wucht in die Welt zu tragen – das war die Idee! Der Rest ist Geschichte. 25 Jahre im Dienste osteuropäischer Blasmusikkultur zur Verbreitung von Lebensfreude rund um den Planeten! Die Ernsthaftigkeit und Trageweite der Mission wurde schon mit der ersten Albumveröffentlichung 1998 mit dem Zitat des Seniortrompeters Radulescu festgehalten: “…und wartet’s ab – irgendwann werden wir auch auf dem Mars auftreten”.

Und jetzt: Seit dieser folgenschweren Aussage hat sich Fanfare Ciocarlia während unzähliger Tourneen Millionen Kilometer dem roten Planeten angenähert. Zur Musik muß auch hier nichts mehr neu geschrieben werden: ihr unverwechselbarer Stil und ihr beispielloses Talent, Roots-Musik vom Balkan mit Anleihen aus Jazz, Pop- und Rockmusik zu veredeln, Blasmusik mit einer absurd anmutenden Präzision und Geschwindigkeit zu interpretieren hat ihnen zu Kultstatus in der Musikszene von Punk bis Klassik verholfen. Zweieinhalb Dekaden und 10 Studioalben später steht die Gypsy brass band Fanfare Ciocarlia auf der Spitze des Blasmusik-Olymps, als eine Pandemie die Welt in Schockstarre versetzt. Dieses Ereignis hatte die gleichen Auswirkungen auf das Leben der Musiker wie für Millionen andere Künstler auch: abrupter Stillstand. Und noch während die Welt in planloser Starre innehielt, wurden Fans weltweit aktiv und ermöglichten mit ihrer finanziellen Unterstützung und unzähligen Mut spendenden Nachrichten die lang geplanten Studioaufnahmen. Hier ist das Ergebnis zu hören: “It Wasn’t Hard To Love You” ist eine musikalische Ode an alle Fans von Fanfare Ciocarlia und erweitert die Geschichte der Band um ein neues musikalisches Kapitel.

 

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